Reise in die Vergangenheit von Ryoko-san (Darf Harry seine Zukunft ändern, wenn sich schonmal die Gelegenheit ergibt? [LE/JP und SB/RL]) ================================================================================ Kapitel 8: 'Happy' End ---------------------- 8. KAPITEL Die Ländereien von Hogwarts lagen ruhig in der Dunkelheit der Nacht und nur vom Verbotenen Wald hörte man die ein oder anderen Rufe von dunklen Wesen. Sechs Gestalten tauchten auf einmal lautlos vor dem riesigen Eichenportal des Schlosses auf. „Wir müssen vorsichtig sein, damit uns keiner erwischt!“ Hermione, Harry, Lily, James und Sirius mit Remus auf dem Rücken schlichen durch einen Seiteneingang in das Schloss und huschten so schnell es ging in ihren Gemeinschaftsraum. Doch in der dritten Etage schreckten sie alle zurück, als sie gerade um eine Ecke in den Flur einbogen und eine weibliche Stimme direkt rief: „Wer ist da!?“ Voll Panik sahen sie sich an, als Harry sie schnell durch ein paar Gänge führte, die eher Geheimgänge waren, als offizielle. Immer die drohende Stimme im Nacken liefen sie, bis sie schließlich am Gemeinschaftsraum ankamen und so schnell und leise es ging verschwanden sie. „Wir müssen in die Schlafsääle!“, scheuchte Lily. „Wenn das McGonagall war, kommt die gleich sicher hierhin!“ Sie schob James, der kaum noch Kraft hatte, die Treppe hinauf und brachte ihn auf leisen Sohlen in ihren Schlafsaal. „Ich mach das schon. Geh schnell“, meinte Sirius und legte seine Hand auf Lilys Schulter. „Danke! Nacht!“, gab sie leise zurück und verschwand in ihrem Schlafsaal. Hermione und Harry waren auch schon in ihren Schlafsäälen und es war kein Geräusch mehr zu hören. Die Lehrerin hatte sie wohl nicht weiter verfolgt. Lilys Herz pochte immer noch wie wild, als sie endlich im Bett lag. Sie konnte nicht aufhören, über Harry nachzudenken. ‚Ich will nicht, dass er geht oder stirbt…‘ Doch bevor sie weiter nachdenken konnte, war sie auch schon eingeschlafen. Hermione hingegen war hellwach. Sie konnte ebenfalls nicht aufhören, über diese Sache nachzudenken und wälzte sich scheinbar Stunden in ihrem Himmelbett. Als der Himmel sich draußen leicht hellblau färbte, war sie endlich eingeschlafen. Doch ihr Wecker weckte sie pünktlich um 7 Uhr. Ihr Wecker? Warum hatte sie in der Vergangenheit einen Wecker? Sie war geblendet von der Sonne, die schon früh aufgegangen war. Im Gemeinschaftsraum schien schon reges Treiben. Sie setzte sich langsam auf und gähnte herzhaft. „Huh?“ Sie sah sich um. Alle Betten waren schon leer. ‚Ich bin doch nicht wieder zu spät?‘ Sie stand schnell auf und zog sich an. Als sie gerade in den Flur hinaus trat, klingelte die Schulglocke und sie bleibt stehen. „Ich muss doch gar nicht in den Unterricht, es gibt wichtigeres…“ Sie dreht sich instinktiv zum Jungenschlafsaal um, als Harry hinaustrat. „Harry!“ Er sieht verschlafen auf und blickt sie überrascht an. „H- Hi Hermione“, begrüßte er sie und grinste übermüdet. „Ich glaub, ich hab ‘n Kater“, fügte er brummend hinzu. Sie lachte kurz auf. „Echt?“ Irgendetwas war an diesem Morgen anders. Die Probleme schienen wie weggeblasen, alles war viel… leichter. „Gehen wir frühstücken?“ „Klar, gern!“ Die beiden gingen die Flure entlang und waren einige der letzten, die zum Frühstück kamen. Doch etwas war anders. Alles war anders. „Morgen Harry, morgen Herm!“ Ron hatte den Mund voll gestopft und winkte den beiden zu. Doch die standen mit offenen Mündern im Eingang. War das möglich? Waren sie etwa wirklich wieder in ihrer Zeit?? Sie blickten sich um und sahen nur vertraute Gesichter wie Draco Malfoy, Cho Chang, all ihre Klassenkameraden… sowie alle Lehrer. „Harry…“ Hermione sah ihn an und ihre Stimme bebte. „Hermione…“ Er sah sie ebenfalls an und seine Mundwinkel zuckten. „Ich lebe.“ „Ja.“ Die beiden mussten lächeln. „Lass uns sehen, was der Tag so bringen mag.“ Sie liefen schnell zu ihrem Platz und setzten sich. „Hi Ron“, grüßten ihn beide wie im Chor. Er grinste sie an und fixierte dann Hermione, die sich einen Tagespropheten gekrallt hatte und hektisch darin blätterte. „Hermy?“, kam es von Ron und er klang vorwurfsvoll. Sie sah überrascht auf. „Bitte?“ Sie verzog keine Miene. „Ist alles ok?“ Eine Augenbraue schnellte fraglich nach oben. Sie sah ihn irritiert an. „Ehm, ja klar. Alles bestens!“ Ron schwieg wieder und sie las in der Zeitung. Harry hatte sich ordentlich Rührei und Speck auf den Teller geschaufelt und aß mit großem Appetit. „Hermione Jane Granger“, kam es mürrisch von Ron und Hermione sah mit großen Augen auf. „Ja, was ist?“ „Bekomme ich keinen Guten- Morgen- Kuss?“ Er machte einen Schmollmund und sah sie vorwurfsvoll an. Hermione wurde mit einem Schlag puterrot und ihre Augen weiteten sich. Sie schluckte. Sie waren eindeutig in der Zukunft. Aber irgendwas war anders. Sie spielte einfach mit. „D- doch nicht hier. Gleich, ok?“ Sie lächelte ihn nervös an und er willigte ein. Hermione konnte sich nicht mehr auf die Zeitung konzentrieren. Sie hatte zwar keinen Hinweis auf Voldemort entdeckt, doch irgendwie schien das nicht mehr wichtig. Die Schulglocke läutete erneut und alle Schüler machten sich auf den Weg. Harry und Hermione waren glücklich über ihr gewohntes Leben, andererseits wussten sie nicht, was nun los wahr. Lebten Harrys Eltern nun noch oder was war passiert? Sie stoppte Harry in der Eingangshalle. „Harry!“ Sie sah ihn forschend an und er blickte überfragt zurück. Sie strich über seine Stirn und ihr Atem stockte. „Ist sie noch da?“, fragte Harry und ihm war gar nicht die Idee gekommen, nachzusehen. Hermione schüttelte langsam den Kopf. „Weg …“ „Hermione!“ Rons Stimme kam so überraschend, dass sie Harry fast in die Arme sprang. „Ron-“ Doch er zog sie zu einem leidenschaftlichen Kuss von Harry weg in seine Arme, bevor sie weiterreden konnte. „Hey, Harry. Bleibst du über die Ferien hier oder fährst du nach Hause?“ Seamus klopfte Harry auf die Schulter und grinste ihn an. Harry sah ihn verdutzt an. Seine Eltern lebten? War es ihnen etwa gelungen, Voldemort …? „Nach … Hause!“ Er lächelte beit. „Dann schöne Ferien! Ich fahr nach Irland, meine Grosseltern besuchen …“ Er schien nicht ganz glücklich damit zu sein und ging mit einem Wink die Treppen nach oben. Harry drehte sich wieder zu Hermione und Ron um, die immer noch Küsse tauschten. Hermiones Traum war wohl wahr geworden, ohne dass sie es gemerkt hatte. Auf einmal fragte er sich, ob Ginny wohl hier war. Sie war nicht beim Frühstück. „Lass uns die schönsten Frühjahrsferien verbringen, die wir je hatten.“ Ron sah sie mit einem begierigen Blick an. Sie schien in seinen Augen versunken zu sein. „Ja“, antwortete sie wie in Trance. „Ron!“, riss Harry die beiden in die Realität zurück. „W- was?“ Sie sahen ihn beide überrumpelt an, als wäre er gerade bei ihnen aufgetaucht. „Wo ist Ginny?“ Ron sah ihn perplex an. „Wer?“ Rons Antwort versetzte Harry sofort einen Stich ins Herz. „Na, deine Schwester“, antwortete er mit zitternder Stimme. Ron musste ungläubig grinsen. „Harry, ich habe keine Schwester. Wie denn, bitteschön?“ Harrys Herz sackte ihm in die untersten Regionen seines Körpers. Keine Ginny? Sie war nicht da, existierte nicht …? „Deine Eltern …“ „Sind tot, weißt du doch.“ Ron sah ihn mit glasigen Augen an und er schien wütend zu werden. „Willst du mich irgendwie verarschen? Komm Hermy …“ Ron zog beleidigt von dannen und zerrte Hermione an der Hand mit sich. „Ronald, ich … muss auf Toilette! Wir sehen uns gleich!“ Sie rannte den Weg wieder zurück und ließ Ron allein. Harry war inzwischen nach draußen gegangen und musste frische Luft schnappen. Eine Welt ohne Ginny, aber mit seinen Eltern. Er wusste nicht, was schlimmer war oder schöner. Sein kopf war wie leer und langsam wurde ihm schlecht. Er hätte nicht so reinhauen sollen beim Frühstück. Hermione kam angelaufen und rief nach Harry. Der drehte sich um und sah sie ausdruckslos an. „Das ... Tut mir so leid, Harry!“ Sie rang nach Luft und ihr war der Verlust ebenfalls ins Gesicht geschrieben. Sie hatte sich immer wunderbar mit Ginny verstanden und nun war sie nicht mehr da. „Ist schon gut. Ich hoffe nur, meine Eltern sind am Leben. Hat sich aber so angehört.“ Hermione hatte sich wieder beruhigt und Tränen stiegen ihr in die weit geöffneten Augen. „Herm-“ Doch er bemerkte, dass sie hinter ihm etwas gesehen haben musste und drehte sich ebenfalls um. Ein Mann mit schwarzem Haar und eine Frau mit langem, roten Haar waren auf dem Hof erschienen und lächelten glücklich, als sie die beiden sahen. Harry sah die beiden sprachlos näher kommen, bis sie vor ihm standen. „Hallo, mein Schatz.“ Lily lächelte Harry mit einem breiten Lächeln an. „Hallo Hermione.“ Sie nickte ihr zu. „Na, mein Junge, alles okay bei dir? Bereit für die Ferien?“ James grinste seinen Sohn an. Doch Harry konnte sich keinen Millimeter bewegen. Er war wie versteinert. Sie lebten … Er hatte Eltern, eine Familie … Tränen rollten seine Wangen plötzlich unablässig hinunter. Lily nahm ihn in den Arm. „Wir wissen, was ihr durchgemacht habt. Heute ist der Tag, an dem endlich alles gut wird.“ „Harry …“ James sah nun ernst drein, doch ein Lächeln umspielte seine Lippen. „Wir konnten Voldemort mit deiner Hilfe ausschalten. Wir hatten es Professor Dumbledore erzählt, nachdem ihr wieder in die heutige Zeit zurückgereist wart und die gesamte Zauberergemeinschaft hat mitgeholfen. So wurde er ein paar Jahre nach deinem Auftauchen besiegt.“ Er strich seinem Sohn über den Kopf. „Du bist ein Held, mein Schatz!“, pflichtete Lily bei und umarmte Harry noch fester. „Ah, Lily, James!“ Eine bekannte, freundliche Stimme erklang von hinten. „Albus!“, erwiderte James freudig. Harry drehte sich schlagartig um. „Professor …“, kam es von Hermione mit tränenunterdrückter Stimme. „Harry, Hermione“, begann er mit einem breiten Lächeln und einem Blick über seine Halbmondbrille. „Ich wünsche euch schöne Ferien bei euren Familen.“ Er sah sie wissend an und wandte sich dann James und Lily zu. „Wie sieht ‘s aus? Alle gesund?“ Harry kam zu Hermione, die direkt seine Hand fasste. „Ein Happy End, Harry … Unfassbar.“ „Ja. Ich werde Ginny trotzdem nie vergessen.“ „Ich auch nicht!“, sagte Hermione mit leiser Stimme. „Wer konnte denn ahnen, dass Rons Eltern tot seien? Durch wessen Hand auch immer, ruht in Frieden.“ „Uhum.“ Sie sahen beide zu Boden und atmeten die frische Luft ein, die um ihre Köpfe wehte. Es war trotz allem ein Happy End. Opfer mussten immer gebracht werden, auch wenn es weh tat. ~~~~~ Mit einem lauten „Bis die Tage!“ verkündete Harry seine Abreise nach einer knappen halben Stunde, winkte Hermione und Ron und stieg in das Auto ein. Lily fuhr und James saß auf dem Beifahrersitz. „Mom?“ „Ja?“ „Dad?“ „Was denn?“ Harry musste lächeln. So glücklich war er sein ganzes Leben nicht gewesen. „Ich … will nie wieder von euch getrennt sein.“ „Bestimmt nicht“, antwortete James. „Aber zur Schule musst du trotzdem!“, widersprach Lily und sah in den Rückspiegel. Harry fing ihren Blick auf. „Das meinte ich damit ja auch nicht. Das ist … selbstverständlich.“ Seine Gedanken schweiften ab. Er fuhr nach Hause. Sein richtiges Zuhause in Godric‘s Hollow. Dort, wo er geboren war und in dieser veränderten Zukunft schon sein Leben lang wohnte, aber sich nicht dran erinnern konnte. Doch die Auswirkungen auf die Zukunft und die Veränderungen verstand er eh nicht, also stellte er auch keine Fragen, sondern fand sich einfach mit der Tatsache ab, dass er nun nach Hause fuhr, wie jede Ferien. Sicher würden auch Sirius und Remus auf ihn warten. Doch plötzlich hielt Lily den Wagen an. Harry sah nach draußen. Es war weit und breit kein Haus in Sicht, nur Wald und Felder. „Was machen wir hier?“, fragte er neugierig. Lily sah ihn perplex an. „Wir besuchen Remus und Sirius, Schatz.“ Harry stieg irritiert aus und sah auf der rechten Seite ein schmiedeeisernes Tor mit der Aufschrift ‚Cemetry‘. Er schluckte und sein Herz wurde wieder schwer. Noch mehr Opfer hatte der Kampf gegen Voldemort also gefordert. Doch seine Erinnerungen an seinen Patenonkel und seinen ehemaligen Lehrer waren nicht aus seinem Kopf gelöscht. „Sie sind …“, begann Harry. „Im Kampf gegen Voldemort. Ohne die beiden hätten wir es nie geschafft. Wir sind so dankbar und stolz auf sie.“ James ging vor und als sie am Grab ankamen, kniete er sich hin und legte einen Strauß Blumen auf das Doppelgrab. Lily legte eine Hand auf Harrys Schulter und zog ihn zu sich. Er sah das Gesicht seiner Mutter. Sie blickte mit glasigen Augen hinunter auf das Grab. Von James war ein Seufzer zu hören. „Wenn ihr doch nur unseren Sohn sehen könntet. Ein erwachsener, junger Mann ist er geworden. So mutig und…“ Doch weiter kam kein Ton von James. Man sah, wie sein Rücken anfing zu zittern und ein Schluchzer war zu hören. „James …“ Lily kniete sich neben ihren Mann und streichelte beruhigend seinen Rücken. Harry sah gen Himmel. Es war wirklich ein wunderschöner Tag. Er musste sich eingestehen, dass er schon zuviel Leid miterlebt hatte und er sich nicht immer nur Sorgen machen konnte, über das, was ihm widerfahren war oder was noch geschehen könnte. Sicher hatten seine Eltern viel Leid die ganze Jahre über durchmachen müssen und sie litten bestimmt sehr unter ihren Erinnerungen. Doch Harry wollte mit ihnen ein glückliches Leben beginnen und er wusste, dass nun alles gut war. ~~~ ENDE ~~~ Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)